Bei der Hormonersatz-Therapie werden Sexualhormone (Östrogene und Gestagene), die der weibliche Körper nicht mehr produziert, als Medikamente zugeführt.

Viele Studien haben belegt, dass Frauen mit starken Wechseljahrbeschwerden von einer Hormonersatz-Therapie profitieren können: 

  •  Linderung von klimakterischen Beschwerden (z.B. Schweissausbrüche, Hitzewallungen, Schlafstörungen).
  •  Reduktion eines vorzeitigen oder übermässigen Knochenabbaus
  •  Linderung von Beschwerden durch trockene Schleimhäute (vor allem der Scheide und Harnröhre).
  •  Linderung von psychische Beschwerden (z.B. depressive Verstimmungen).

Das Ziel der Hormonersatz-Therapie ist die Verbesserung der Beschwerden und der langfristige Erhalt der Lebensqualität der Frau.

Da Studien gezeigt haben, dass eine Hormonersatztherapie unerwünschte Nebenwirkungen haben kann (z.B. Erhöhung des Risikos für Brustkrebs und venöse Thromboembolien), sollte durch den behandelnden Arzt stets eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung durchgeführt werden. Bei der Therapie gilt der Grundsatz: „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“!

Ein weit verbreiteter Einwand gegen die Hormonersatz-Therapie ist, dass das Klimakterium ein natürliches Ereignis ist und demzufolge auch die Folgen des Östrogenmangels natürlich und nicht behandlungsbedürftig sind. Dem kann entgegnet werden, dass die heutige hohe Lebenserwartung insofern auch nicht natürlich ist, als sie vor allem den Fortschritten in der Medizin zu verdanken ist.

Lebenserwartung

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts starben viele Frauen vor Erreichen ihres 50. Lebensjahres. Heute hat eine Frau nach der Menopause statistisch gesehen noch ca. 30 Lebensjahre vor sich. Es muss darum gehen, die verlängerte Lebensspanne gut zu nutzen.